In Resonanz mit dem Unverfügbaren

Elke Sontheimer

In Resonanz mit dem Unverfügbaren

In Resonanz mit dem Unverfügbaren 1129 1093 resonanz jetzt

Bei aller Verfügbarkeit, die wir schaffen zu erreichen, schaffen wir es da uns auf das Unverfügbare einzulassen, ja es zu überhaupt zu bemerken?

Ich bin mir ganz sicher, ich habe garantiert mir in diesem Buch nicht alles „verfügbar“ machen können und so kann es durchaus sein, dass meine Sicht auf dieses Buch zu einseitig und schlicht nicht komplett ist. Aber ich will hier auf Gott vertrauen, dass er mir das Wichtigste verfügbar gemacht hat und gerne meine ganz persönliche Meinung Ihnen schreiben.

Gleich im Voraus. Ich hatte doch einige „Aha“-Erlebnisse! Und ich konnte Vielem zustimmen – auch weil ich es selbst so erlebt habe.

Ich bin der Meinung, dass Beides „Verfügbarkeit“ und „Unverfügbarkeit“ seine Berechtigung hat- auf unserer Welt und in unserem Leben. Bis zu einem bestimmten Grad oder Punkt müssen wir uns die Welt verfügbar machen. Ich denke hier vor allem an den Bereich der Wissenschaft. Gerade in der Corona-Krise erleben wir das.

Jedoch weiß ich auch, dass eine übertriebene Verfügbarkeit; alles sich eigen zu machen, alles zu verstehen, begreifen, kontrollieren, steuern, … zu wollen (oder meinen es zu müssen) , zu einem verkrampften, verbissenen und sehr kräftezehrendem Leben ohne positiver Resonanz führen kann – hin bis zum Burnout! Ich erlebe auch Menschen, die tatsächlich aggressiv werden, wenn sie nicht das bekommen, was ihnen vorschwebt, auf was sie sich versteift haben.

Es gibt Bereiche und Umstände im Alltag, die brauchen eine gute bis hohe Verfügbarkeit (ich denke hier beispielsweise an Leitungspositionen, wichtige Projektphasen oder im Familienalltag bei der Betreuung von Kindern oder auch kranken und behinderten Menschen,…), aber der Punkt zu sagen, jetzt ist es gut, jetzt vertraue ich auf das, was ich geplant, mir an Wissen angeeignet habe, was ich umgesetzt habe und lass es getrost laufen, ist wichtig. Korrigieren, einlenken können wir immer. Und selbst hier gilt: Lebendigkeit ist wichtig!
Der Punkt des Loslassens, des Abgebens und des Vertrauens zu erkennen und dann entsprechend zu denken und handeln ist mindestens genauso wichtig. Folglich braucht die Unverfügbarkeit ebenso ihren Anteil in unserem Alltag wie die Verfügbarkeit. In welchem Maß? Ich glaube, dass hängt von der momentanen und persönlichen Lebensphase und der Umstände ab.

Wie oft dachte ich beim Lesen: Alles was die Verfügbarkeit den Menschen an Sicherheit, positiven Selbstwertgefühl und Macht zu geben scheint, schenkt mir doch Gott! Ohne dass ich alles im Griff haben und ständig nach einem sicheren Selbstwertgefühl streben muss. Und mehr noch, da Gott – Jesus Christus – Heiliger Geist – unverfügbar sind (ist), denn Gottes Wille geschehe (nicht meiner!), der Geist wehe wie wer will und wann er will, lebe ich zu jederzeit mit der Unverfügbarkeit.

In Gott einen Bund mit der Unverfügbarkeit schließen

Wenn ich mein Leben Jesus übergebe und ihm nachfolge, sein Willen geschehen lasse und dem heiligen Geist Raum in meinem Herzen und Verstand für sein Wirken lasse, dann schließe ich automatisch auch einen Bund mit der Unverfügbarkeit und ernte Resonanz in Form von Freude und Glück, innerer Ruhe und Frieden und Dankbarkeit. (Die Früchte des Heiligen Geistes) Der innere (vielleicht) unbewusste Zwang, alles alleine schaffen zu müssen, erst wenn es mir alles vollumfänglich Verfügbar ist, Ruhe und Zufriedenheit zu finden nimmt ab und ist stellenweise sogar ganz weg.

Vertrauen wächst und die innere Sicherheit, dass nicht alles im Leben Verfügbar sein muss. Ein immer wieder „Loslassen“, ein „es laufen lassen“, ein ins Unverfügbare hineinzuleben gewinnt einen höheren Stellenwert in meinem Leben und ich stehe in einem positiven Antwortverhältnis.
Die positive Resonanz findet sich dann auch darin, dass nicht mein Wille geschehe, sondern Gottes Wille. Er weiß, was gut ist für mich und was jetzt für mich dran ist. Bin ich offen für das Unverfügbare, dann kann ich positiv überrascht werden und mein Leben wird lebendig! Verharre ich an meinen Vorstellungen und Zielen, kann mein Weg steinig, kräftezehrend und auch langweilig werden. Ich erreiche dann ja ausschließlich das, was ich wollte! Freude kann oder wird dann ausbleiben!

Leider empfinde ich es auch so, dass sich die Gesellschaft alles Verfügbar machen will. Die Möglichkeiten sind aber auch dafür gegeben! Wir können alles! kaufen und unser Eigen nennen! Alles steht uns zur Verfügung! Kämpfen und nerven wir lange genug, kommen wir doch ans Ziel, oder? Nur der Schein trügt gewaltig. Auch ich stelle eine hohe Ich –Bezogenheit fest: Erstmal kommt der Mensch selbst, dann evtl. die Familie, dann lange danach die Arbeit, die Mitmenschen,… Die Fähigkeit auf sein Leben kritisch zu schauen, sein Verfügbargemachtes auf den Prüfstand zu stellen, auf den Mitmenschen zu schauen und zu achten, Selbstrücknahme und Mitgefühl nehmen in unserer Gesellschaft ab. Unzufriedenheit wächst, weil die Menschen oft keine positive Resonanz mehr erfahren. (Es gibt hier aber auch positive Beispiele!)

Wie kommen wir zu einer Welt, die wieder mehr die „Unverfügbarkeit“ als Lebensführung annimmt? Ich alleine weiß es nicht! Deshalb bin ich so dankbar, Gottes geliebtes Kind zu sein, seine Unterstützung in meinem Leben durch den Heiligen Geist erfahren zu können, der mir sagt, wo und wie mein Lebensweg ausgestattet wird und weiter geht.

Aus dem Buch nehme ich mit:

Unverfügbarkeit kommt durch den Heiligen Geist: Er bringt viele Überraschungen und Lebendigkeit in mein Leben.
Nicht immer bringt Verfügbarkeit Zufriedenheit im Leben. Dafür habe ich Gott.
Mein Alltag braucht Beides: ich will immer wieder genau hinsehen, wie Beide vertreten sind und ob die Verfügbarkeit zu dominant ist (eben dann ist mein! Wille zu groß und Gott verliert an Raum in mir)! Gerade im Privaten möchte ich auf ein freies Leben achten: es laufen zu lassen!

Die Welt braucht Verfügbarkeit, muss aber auch wissen, wann es gut ist bzw. vorsichtig sein, dass das Verfügbarmachen keine Überraschungen in Form von negativer Unverfügbarkeit hervorbringt.
Verfügbarkeit braucht Verantwortung.

Meine Reichweite ist Gott.

Meine ganz aktuelle Sorge ist: Die Menschen stoßen durch Corona an Ihre Grenzen, da sie jetzt bemerken, das im Leben nicht alles verfügbar ist oder aus eigener Kraft erreicht werden kann. Ängste werden zunehmen, die zu unkontrollierbaren Handlungen führen. Was macht eine Verfügbarkeit, die Grenzen hat aus den Menschen, die es nicht schaffen sich auf das Unverfügbare einzustellen und damit zu leben?

Für mich bleibt die Frage: Wie gehe ich mit dieser Welt der „Verfügbarkeit“ und den negativen Auswirkungen um? Ich will ganz bestimmt nicht auch aggressiv oder depressiv werden! Also vertraue ich auch hier auf den Heiligen Geist! Er wird es für mich schaffen!

Das ist meine „unverfügbare“ Sicht auf dieses inspirierende Buch. Ich bin sicher, dass es mich noch in Zukunft begleiten wird.

Elke Sontheimer
Verwaltungsleitung
Pfarreiengemeinschaft Füssen
benedikt.sontheimer@t-online.de

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