Ich gehe gern ins Kino

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Ich gehe gern ins Kino

Ich gehe gern ins Kino 510 340 Reiner Hartmann

Ich gehe sehr gerne ins Kino! (In den KSA-Kursen für Seelsorgegespräche, die ich anbiete, wird der Fokus sehr auf die eigene Emotionalität gelegt. Meine eigene Emotionalität ist Grundlage, um empathisch zu sein für mein Gegenüber als Seelsorger! Drum ist jeder Kinobesuch für mich wie eine Fortbildung, ohne dass ich diese natürlich als Arbeitszeit aufschreibe!) In den Filmen lache und weine ich mit. In den Geschichten werden meine eigenen Geschichten wachgerufen. Erlittenes erfährt dabei Heilung und in den wachgewordenen Emotionen fühle ich mich wieder lebendig. Für mich sind deshalb auch das Momente des „Lebens in Fülle“, von dem Jesus (Joh. 10.10) spricht.

„Resonanz ist kein Echo, sondern eine Antwortbeziehung; sie setzt voraus, dass beide mit eigener Stimme sprechen.“ (Rosa, Resonanz, 298) Wer Resonanz geben will, muss also ein selbst empfindendes Gegenüber sein. Er muss eigene Empfindungen haben, um die des anderen wahrzunehmen. Sonst wäre es eben nur ein leeres Echo, das für den anderen nicht interessant und auch nicht heilsam ist! (Und darum brauchen ja z.B. die Patient*innen in der Klinik auch eine*n Seelsorger*in und es reicht nicht die Zimmerwand aus, die ja unendlich lange zuhören kann!)

Mein Kinotipp in diesen Tagen: DER GESANG DER FLUSSKREBSE !

Ein junges Mädchen wird in den gefährlichen Sümpfen der „Marschlands“ geboren und wächst da auf. Aggression und Liebe – die beiden Kehrseiten derselben Medaille – durchziehen die Handlung. Schon früh erlebt Kaya einen sehr aggressiven Vater und erlebt, wie es ist, als Außenseiterin außerhalb der Stadt zu leben. Die äußere Handlung ist die Aufklärung eines mysteriösen Mordes, Kaya wird zur Hauptverdächtigten. Mich hat am meisten beeindruckt, wie aus diesem „ausgesetzten“ Mädchen eine starke Frau wird. Durch extremstes „In-Resonanz-gehen“ mit der Natur wird aus ihr eine geniale Wissenschaftlerin. Und – noch wichtiger – dabei lernt sie, auf Aggression zu reagieren und sich zur Wehr zu setzen. Als „Resonanz-Begeisterte“ würden wir wohl sagen: Resilienz durch Resonanz!

EIN WARNHINWEIS: Theologisch eng denkenden Leser mögen bedenken, dass nicht alle Handlungen des Films moraltheologisch akzeptabel sind bzw. alle jesuanischen Handlungsoptionen berücksichtigt wurden! Aber mich hat dieser Film sehr berührt, auch weil er aufzeigt, wie „Schöpfungsresonanz“ widerstandsfähig macht und resiliente Kräfte weckt, ohne in einen Aggressionsmodus zu fallen!

Pfr. Reiner Hartmann
Leiter Haus Tobias
Klinikseelsorger

 

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