Fügung ist ein Name Gottes.
Das behaupte ich mal.
„Gott tut nichts anderes als fügen“ lautet ein Sprichwort.
Eine Fügung?!
Eine Fügung, nicht planbar, oft unerwartet, nicht machbar, erstaunlich…
es fügt sich, es passt.
Wer mit dem Phänomen der Fügung in Berührung ist,
bei dem stellt sich wohl Geduld, Gelassenheit
und Aufmerksamkeit für den Kairos ein.
Nein, das heißt nicht, dass alles einfach und gut geht,
Missverständnisse, Eitelkeiten, Verletzungen,
Scherben,
unser Leben ist gefährdet,
zerbrechlich, es geht etwas zu Bruch,
Scherben werden unter Teppich gekehrt, …
Manchmal spüren wir Bedeutsames für unser Leben erst,
wenn es bedroht, gefährdet, zerbrochen ist.
In der Kreuzgestaltung sind die Scherben vergoldet,
Verletztes kann heilen,
aus Missverständnissen kann tiefes Verständnis erwachsen.
Japaner vergolden Risse und Brüche in besonderen Gefäßen,
so werden sie noch kostbarer.
In dieser Kreuzgestaltung ist unsere Verletzlichkeit kostbar,
die Scherben werden gehalten
und fügen sich in ein erstaunliches Bild.
Martin Knöferl