Empfangen

Empfangen

Empfangen 510 340 Manfred Bauer

In unserem Leben und auch in unserem Gebet gibt es ein großes Missverständnis:

Wir sind fest davon überzeugt, dass das Leben sich durch unser „Haben wollen“ vermehrt. Ich will mehr Wohlstand haben, ich will mehr Freiheit haben, ich will mehr Lebensfreude haben.
Mit dieser Haltung leben wir, mit dieser Haltung arbeiten wir und mit dieser Haltung beten wir.
Wir versuchen das Leben zu vermehren!

Hierin liegt ein Missverständnis: alles Wesentliche in meinem Leben ist Geschenk und allein, indem ich dieses Geschenk empfange, vermehrt sich das Leben.

Jedes einzelne Wort, das ein andere Mensch spricht, … ich muss bereit sein, es zu empfangen, …jede Blume, jedes Musikstück,…ich muss bereit sein, es zu empfangen!

Und dasselbe gilt für jede einzelne Begegnung mit einem Menschen und für das Leben an sich. Je empfänglicher ich bin, umso mehr Leben darf ich spüren, in mir selber und um mich herum!

Das eigentliche Ziel meines Betens lautet deshalb nicht, ich möchte haben, sondern ich möchte empfänglich werden.
Ich möchte empfänglich werden, für das Leben, das mir ununterbrochen geschenkt wird, ich möchte empfänglich werden, für das was über diese Welt sogar noch hinausgeht, die Berührung mit dem lebendigen Gott!

Wer empfänglich werden möchte, der muss es lernen loszulassen.
Nur wenn ich loslasse, kann ich empfänglich werden.

Der bekannte Religionsphilosoph Romano Guardini hat es in einem wunderbaren Gebet auf die Worte zusammengefasst.
„Immerfort empfange ich mich aus deiner Hand…“

 

Manfred Bauer

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