Wie stark unsere Sehnsucht –
nach Frieden, Gerechtigkeit, Geborgenheit, nach Liebe in der Welt und in unserem Leben
Heile Welt!
Wie käme es sonst dazu, dass wir die Geschehnisse von Weihnachten verklären und verzerren!
Wie stark unsere Sehnsucht ist.
Nein, wir können es uns nicht vorstellen, ein wenig erahnen,
was Maria und Josef erlebt haben
Mutter Gottes werden?! Nach Bethlehem müssen,
kein Platz in der Herberge, eine Höhle, als Stall genutzt,
das haben sie sich bestimmt anders vorgestellt…
keine Romantik, kein Wohlfühlarrangement…
Keine heile Welt,
ich denke an Menschen in meinem nahen Umfeld
die Schweres, Unsägliches, Unfassbares leben müssen
………
Keine heile Welt an Weihnachten.
Nein, wahrlich keine heile Welt, damals wie heute
in der Gott Mensch wird.
Die heile Welt wird in den Medien beschworen.
Menschen optimieren sich, nehmen das Glück in die Hand,
uns wird weisgemacht, es absichern zu können,
Beziehungen funktionieren, alles perfekt, alles gut!
Was nach einer heilen Welt klingt,
ist eine unmenschliche Welt.
Denn wir Menschen sind verletzlich, zerbrechlich, unvollkommen, werden schuldig, sind sterblich.
Alles andere als heil.
Und genau diese Wirklichkeit bringt wirkliche Liebe hervor.
Gottes Liebe wird Mensch, wie könnte es anderes sein: ein Baby.
Absolut angewiesen, nichts kann es selbst, machtlos, kann nichts vorweisen.
Und doch löst so ein Baby unvorstellbare Liebe aus, bringt unglaubliches hervor.
Die Liebe völlig ohnmächtig und doch in allem mächtig.
Gott wird Mensch.
Die Liebe wird Mensch.
Im Stall von Bethlehem
und überall und jederzeit.
Ein Moment, wo Himmel und Erde sich berühren.
Die Zeit steht still.
Ein Augenblick, in dem Liebe und Glück alles durchdringen und somit alles verändern.
Ein Augenblick, der dankbar und froh macht.
Kein Wunder, dass wir solche Sehnsucht haben.
Martin Knöferl
Foto: Albert Steurer, Krippengestaltung in St Martin Hörzhausen